Archiv für die Kategorie ‘wichtige Städte’

Burgas

Dienstag, 08. Februar 2011

Burgas (eine andere Schreibweise ist Bourgas) gehört zu den größten bulgarischen Städten und nimmt in dieser Rangliste den vierten Platz ein. Ungefähr 230 000 Einwohner leben in der Stadt oder in ihrem Einzugsgebiet. Burgas liegt an der Küste des Schwarzen Meeres und zählt zu den bedeutendsten Hafen- und Industriestädten Bulgariens. Salziges Meerwasser umspült die Strände im Osten der Stadt, während sie im Westen von einer Kette einzelner Seen umsäumt wird. Deren wichtigste und größte sind der Mandra-See, der Burgas-See und der Atanasow See. Das Klima der Region ist als gemäßigt kontinental und trocken einzustufen. Die im Grunde heißen Sommer werden als angenehm und erträglich empfunden, weil ständig eine kühlende Brise vom Meer in das Land hinein weht. Die Winter kommen meist schneefrei und mild daher.

Die Stadt Burgas hat in ihrem nahen Umfeld einige Naturschutzgebiete aufzuweisen. Auf den westlich der Stadt gelegenen Seen und an deren Ufern nisten oder überwintern außer dem Pelikan und dem Kormoran noch viele andere Vogelarten. Der kleinste Säuger der Welt, die Etruskerspitzmaus, lebt am Atanasow-See. Im letzten Jahr wurden Rosaflamingos an eben diesem See gesichtet. In der weiteren Umgebung von Burgas soll eine nach der Stadt bemannte Bärenart, der Burgas-Bär, leben. Es ist jedoch nicht geklärt, ob es sich bei diesem Tier um eine Sage oder Legende handelt. Angeblich berichteten jedoch Wanderer von einem direkten Sichtkontakt mit jenem Bären.

Von der Antike bis zum Ende des ersten Jahrtausends wurde die Geschichte der Region durch das Römische Reich geprägt. Danach wurde dieser Teil Europas vom Osmanischen Reich erobert und etwa 500 Jahre lang beherrscht. Erst die russische Armee beendete die Hegemonie des Osmanischen Reiches gegen Mitte/Ende des neunzehnten Jahrhunderts.

Das Bild der Stadt wird an ihrer Peripherie vom damals sozialistisch geprägten Wohnungsbau bestimmt. An der Küste des Schwarzen Meeres hat Burgas einen viele hundert Meter langen Sandstrand, der von der Bevölkerung gern und oft genutzt wird. Außerhalb der Stadt werden die Flächen landwirtschaftlich intensiv genutzt.Es werden vor allem Getreide und Wein angebaut. Der Hafen von Burgas ist der leistungsfähigste und größte Fischerei- und Überseehafen ganz Bulgariens. Die bulgarische Schwarzmeer-Kriegsflotte hat etwas außerhalb der Stadt ihren Heimathafen.

Warna nahe Sonnenstrand

Freitag, 03. Dezember 2010

Einige Kilometer nördlich vom Sonnenstrand liegt die Stadt Warna, die sich für einen Tagesausflug geradezu aufdrängt. Warna ist die drittgrößte Stadt Bulgariens und Standort eines internationalen Flughafens. Auch der Hafen der Stadt ist für Bulgarien von großer wirtschaftlicher und verkehrstechnischer Bedeutung und einst war Warna sogar die erste Endstation vom berühmten Orient-Express.
Die Hafenstadt ist aber nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht von Bedeutung. Für Touristen ist sie besonders deshalb so attraktiv, weil sie über ein beachtliches kulturelles Angebot verfügt. Zahlreiche beeindruckende Kathedralen und Kirchen locken interessierte Touristen in Scharen in die Stadt und auch das Angebot an Museen, Ausstellungen und verschiedenen Sonderveranstaltungen ist bemerkenswert. Auch wer sich für Theater und Oper interessiert, kommt in Warna nicht zu kurz. Das Stojan Batschworow ist für Interessierte ebenso empfehlenswert wie die bekannte Warnaer Oper, die Teil einer riesigen Parkanlage ist und die Kulisse für ein aufwändiges Wasserspiel bietet, das besonders abends, wenn es aus verschiedenen Richtungen ausgeleuchtet wird, ein wirklich Sehenswertes Highlight des Parks ist.
Etwas hinter dem Stadtzentrum gelegen, befinden sich freigelegte Thermen aus römischer Zeit. Die unglaubliche 7000 Quadratmeter große Anlage stammt aus dem 2. Jahrhundert nach Christus und stellt die größte Termenanlage Bulgariens dar. Von der einst pompösen Ausstattung mit aufwändig gestalteten Mosaiken und Mamorverzierungen sind heute nur noch wenige Reste übrig geblieben, doch eine Besichtigung der Anlage lohnt sich in jedem Fall. Die römischen Thermen sind aber nicht die einzigen Relikte aus antiken Zeiten, das „neue römische Bad“ ist ebenfalls eine über 1500 Jahre alte Anlage, deren Ruinen noch gut erhalten sind und aus dem 4.-6. Jahrhundert sind in Warna auch Thermen byzantinischen Ursprungs erhalten.
Wer sich lieber mit dem Hier und Jetzt auseinandersetzen möchte als sich mit längst vergangenen Zeiten zu befassen, wird im Aquarium der Stadt Warna viel sehenswertes finden. Schwerpunkt des Aquariums liegt – wie könnte anders sein – auf der Tierwelt des Schwarzen Meeres.
Ingesamt ist Warna eine überaus abwechslungsreiche Stadt, in der ihre antiken Wurzeln ebenso präsent sind wie das moderne Flair der Großstadt, die sie heute ist.